Englischunterricht? Ja, aber bitte nicht so wie in der Schule!
von Andrea Ponter
Warum wir Englisch heute anders unterrichten – ein persönliches Vorwort
„Eine Sprache zu lernen, ist eine dem Menschen angeborene Fähigkeit. Was uns daran hindern könnte, sind z. B. falsche Lehrmethoden oder nicht geeignetes Unterrichtsmaterial.“
In der Schule prophezeite mir damals meine Englischlehrerin mit einem „ausreichend minus“, dass ich die Sprache nie lernen würde.
„Einfach nicht ihr Ding, Andrea“, hat sie gesagt.
Ganz falsch! Denn leider bestand der Englischunterricht bei uns zu einem großen Teil – wahrscheinlich ging es Ihnen auch so – aus Vokabelpauken und kontextlosen Grammatikübungen. Um die Frage, ob hier Past Simple oder Present Perfect korrekt ist. Oder darum, wie man aus einem Infinitiv-Satz ein Gerundium bildet.
Englisch sprechen und praktische Übungen kamen definitiv viel zu kurz. Und zur Übung der Aussprache wurden wir damals (in den 70ern) ins Sprachlabor geschickt und haben wie Papageien vom Band nachgeplappert. Ob es nun daran lag, dass die Lehrer sich diesen Teil nicht selbst zutrauten oder es seinerzeit eine moderne Unterrichtsmethode war, die man mal ‚ausprobieren‘ wollte, kann ich natürlich nicht mit Bestimmheit sagen – dafür aber, dass ich in der Schule nicht gelernt habe, Gespräche auf Englisch zu führen.
Nach einem Jahr als Au-Pair in New York konnte ich jedenfalls besser Englisch sprechen als nach 9 Jahren Englischunterricht in der Schule. Schon nach wenigen Wochen konnte ich mitreden – und ich habe sogar freiwillig! Literaturkurse an einem College belegt.
Diese Erfahrung prägt meinen Ansatz bis heute. Sie hat mir deutlich klar gemacht, dass ich die Vermittlung von Sprachen definitiv anders angehen würde – denn Grammatikübungen lösen keine Kommunikationsprobleme. Motivation zum Lernen aber schon.
Heute unterrichte ich selbst Englisch mit einem ganz klaren Fokus auf funktionaler Sprachanwendung.
Doch worin genau liegt der Unterschied zwischen einem grammatikorientierten Ansatz und funktionalem Sprachtraining?
Antworten finden Sie in diesem BLOG Artikel – oder in einem persönlichen Gespräch mit mir.
Inhaltsverzeichnis
Unser Ansatz: funktionales Sprachtraining im Arbeitsalltag
Grammatik oder Anwendung? Das WIE macht den Unterschied
Ein Praxisbeispiel: Wenn Sprachtraining am Ziel vorbeigeht
Funktionale Sprache in der Praxis – so entsteht Handlungsfähigkeit
Für Eilige – das Wesentliche zusammengefasst!
Ein falscher Artikel verhindert keinen Deal – Schweigen hingegen schon.
Viele Englischkurse verbessern die Grammatik – aber nicht die Kommunikation. Denn Englisch zu lernen bedeutet mehr als Regeln zu beherrschen. Entscheidend ist, sprechen zu können, wenn es darauf ankommt. Dann, wenn ein Gespräch beginnt. Wenn etwas spontan erklärt werden muss. Wenn eine unerwartete Frage kommt. Oder wenn ein Meeting plötzlich anders verläuft als geplant.
Funktionales Sprachtraining baut genau diese Brücke.
Entscheidend ist, ob wir verstanden werden – in der konkreten Situation oder im entscheidenden Moment. Genau hier setzt funktionales Sprachtraining an: Es bedeutet, Sprache so zu vermitteln, dass sie im Arbeitsalltag direkt eingesetzt werden kann.
Erfahren Sie anhand praktischer Beispiele aus unserem Sprachentraining, warum funktionales Englischtraining für Unternehmen so wirksam ist – und wie Sie es für Ihr Unternehmen umsetzen können.
Unser Ansatz: funktionales Sprachtraining im Arbeitsalltag
Als mein Mann und ich vor knapp 20 Jahren unsere Sprachschule in OWL gründeten, war für uns daher von Anfang an klar, dass wir anders arbeiten werden. Uns ist wichtig, dass die Teilnehmer aktiv und motiviert am Englischunterricht teilnehmen und die Sprache tatsächlich anwenden können.
Funktionales Sprachtraining ist die Brücke zwischen Fachvokabular und Sprachsystem. Im Unternehmenskontext bedeutet es, die Sprache so zu vermitteln, dass sie im Arbeitsalltag direkt eingesetzt werden kann – und ist für uns keine Methode, sondern unser grundlegender Ansatz.
Denn in ihren Fachgebieten sind unsere Kursteilnehmenden bereits Experten – mit dem handlungsorientierten Ansatz bauen wir die Sprache um dieses Fachwissen herum auf und konzentrieren uns auf die Stärken – statt mit dem Rotstift auf die Bremse zu treten.
Die Teilnehmenden lernen so aufgabenorientiert und für die Praxis im Berufsalltag, sind motiviert, stärken ihr Selbstbewusstsein und nutzen die Sprache als „natürliches Werkzeug“ in der internationalen Kommunikation.
So lernen Sie, Englisch im Beruf sicher anzuwenden.
Grammatik oder Anwendung? Das WIE macht den Unterschied
Funktionale Sprache ist lösungsorientiert – nicht regelorientiert
Der Hauptunterschied zwischen funktionalem und grammatikorientierten Unterricht liegt in der Zielsetzung. Während sich der grammatische Ansatz auf das Sprachsystem und die Vermittlung von Regeln konzentriert, ist der funktionale Ansatz auf Handlungskompetenz ausgerichtet.
Bei funktionaler Sprachkompetenz steht nicht das Sprachsystem im Vordergrund – sondern die sichere Kommunikation. Es geht um den praktischen Nutzen und die Anwendung in authentischen Kontexten – nicht um Fehlervermeidung.
Das Sprachsystem wird kontextorientiert im Hintergrund vermittelt – gelernt wird durch Anwendung, nicht durch das Auswendiglernen von Regeln.
Zugegeben, ganz ohne Grammatik und Vokabeln geht es natürlich nicht – jedoch macht die Art und Weise einen entscheidenden Unterschied. Denn beim funktionalen Lernen einer Sprache verschiebt sich der Fokus hin zur Handlungskompetenz.
Ein Praxisbeispiel: Wenn Sprachtraining am Ziel vorbeigeht
Mit diesem Beispiel aus unserer Praxis lässt sich leicht verdeutlichen, wie es nicht gehen darf – und warum wir von Anfang an mit unserem funktionalen Ansatz richtig lagen.
Was war passiert?
Ein Steinhagener Unternehmen hatte rechtzeitig einen Sprachkurs organisiert, um das Messeteam sprachlich auf Produktpräsentationen und Kundengespräche auf Englisch vorzubereiten.
Eigentlich war genug Zeit, doch im Gespräch mit uns wurde schnell klar, wo das Problem lag.
Nach neun Monaten entpuppte sich der Sprachkurs als völlig ungeeignet. Es ging um formale Grammatikregeln und die systematische Vermittlung des Sprachsystems – statt um die Vermittlung von unternehmenspezifischen Fachbegriffen und die kommunikative Handlungsorientierung.
Das Problem war nicht die Sprache – sondern der Fokus auf Regeln – und leider genau das, was viele „Sprachlehrer“ heute immer noch unterrichten.
Funktionale Sprache in der Praxis – so entsteht Handlungsfähigkeit
Vom Englischkurs zur funktionierenden Kommunikation im Arbeitsalltag
Mit einem klaren Fokuswechsel haben wir es in nur 3 Monaten Intensivtraining geschafft, das Team sprachlich handlungsfähig zu machen – obwohl es knapp war. Wir haben uns dabei nicht auf korrekte Zeitformen konzentriert, sondern den Kunden in seinem Showroom auf konkrete Szenarien aus dem Messealltag vorbereitet – auf die Gespräche, die auf Messen wirklich stattfinden:
Wie präsentiere ich meine Produkte überzeugend?
Wie reagiere ich verbindlich auf typische Kundenfragen?
Wie gestalte ich den Austausch mit internationalen Geschäftskontakten aktiv und zielführend – statt nur zu reagieren?
Nicht Grammatik verstehen, Regeln anwenden oder Fehler vermeiden – sondern Englisch für die internationale Kundenkommunikation: genau das, was man braucht, um Gespräche zu führen, Kontakte aufzubauen und aus ersten Gesprächen Geschäftsbeziehungen entstehen zu lassen.
Wir haben nicht Englisch unterrichtet, sondern auf Messegespräche vorbereitet.
Warum Grammatik allein keine Meetings rettet
Handlungsfähigkeit zeigt sich nicht im Lehrbuch, sondern im Moment
Es geht darum, sprechen zu können, wenn es darauf ankommt.
Zu reagieren, auch wenn man nicht alles perfekt formuliert.
Gespräche zu beginnen, weiterzuführen und konstruktiv zu gestalten.
Und auch mit Unsicherheit umgehen zu können – ohne zu verstummen.
Genau hier zeigt sich, ob jemand Englisch im Arbeitsalltag wirklich anwenden kann: wenn ein Kunde eine Anfrage stellt, wenn etwas unklar ist oder wenn ein Missverständnis geklärt werden muss.
Viele Unternehmen investieren in Englischtraining – und merken, dass es im Arbeitsalltag nicht die gewünschte Arbeitserleichterung bringt. Die Mitarbeitenden werden zwar sicherer in der Grammatik und die Übungen funktionieren gut – aber spontane Gespräche am Telefon werden vermieden, Meetings bleiben anstrengend und Verhandlungen verlaufen unsicher.
Oft liegt es nicht am Sprachniveau, sondern daran, WIE die Sprache gelernt wurde: als Sprachsystem nach Lehrbuch – statt als Werkzeug für die Anwendung im Arbeitsalltag.
👉 Auch die Can-Do-Beschreibungen des Common European Framework of Reference (CEFR) definieren Sprachkompetenz nicht über Fehler, sondern über das, was jemand in der Praxis tatsächlich leisten kann. Eine Beschreibung dazu finden Sie hier.
Mein Tipp für Sie – Kommunikation kommt vor Perfektion
Für Ihr Unternehmen ist entscheidend, dass Mitarbeitende im Berufsalltag sicher kommunizieren. Echte Sprachkompetenz zeigt sich daher nicht daran, welche Regeln beherrscht werden, sondern in der Anwendung im Arbeitsalltag.
Daraus ergibt sich die entscheidende Frage: Wie entsteht diese Kompetenz?
Funktionales Sprachtraining stellt Ihre Fachthemen in den Fokus – und die Sprache entwickelt sich im Rahmen dieser Inhalte. Grammatik wird nicht isoliert gelernt, sondern als Werkzeug genutzt, um berufliche Kommunikation klar und verständlich umzusetzen.
Genau auf diesem Gedanken basiert auch unser modulares Trainingskonzept „On the Job by PS™“:
ein dynamisches, funktionales Sprachtraining, das sich konsequent an den realen Anforderungen im Arbeitsalltag orientiert.
Grammatik wird nicht „auf Vorrat gelernt“, sondern in realen Situationen: Es heißt nicht „Present Continuous lernen“ sondern Termine vereinbaren und auch nicht „wir lernen das Conditional“ sondern dem Kunden erklären, dass sich ein Projekt terminlich verzögert.
Statt Standardlehrbücher zu nutzen, vermitteln in unserer Sprachschule qualifizierte Englischtrainer die Lerninhalte bedarfsgerecht und vor allem im praxisrelevanten Kontext. Wir arbeiten dabei ausschließlich mit unserem eigenen, aus der Praxis entwickelten Trainingsmaterial und entwickeln auch alle eLearning-Kurse selbst.
Was bedeutet das konkret für den Einsatz im Unternehmen?
- Eine klare Bedarfsanalyse am Anfang.
- Training an realen Situationen statt am Lehrbuch.
- Passende Gruppeneinteilung nach Aufgaben und Sprachniveau.
- Kontinuierliche Anwendung im Arbeitsalltag.
- Und vor allem: der Transfer in die tägliche Kommunikation.
So können wir den Englischunterricht flexibel und interessant gestalten und die Teilnehmer aktiv in den Lernprozess mit einbeziehen. Durch das optimal aufeinander abgestimmte Lernmaterial und das dynamische, zielorientierte Lernen machen die Teilnehmer schnellere Lernfortschritte.
Funktionales Sprachtraining baut für Ihre Mitarbeitenden die Brücke zwischen Englisch und Arbeitsalltag.
👉 Wenn Sie sehen möchten, wie funktionales Sprachtraining in Ihrem Unternehmen konkret aussehen kann, schauen Sie sich unser modulares Trainingskonzept „On the Job by PS™“ an. Es wurde entwickelt für den Einsatz im Arbeitsalltag und ausgerichtet auf reale Kommunikationssituationen.
Lassen Sie uns direkt ins Gespräch kommen und gemeinsam herausfinden, was für Ihr Unternehmen sinnvoll ist.
Ihre Andrea Ponter